Neues aus der Abtei

Besuch im Bibeldorf Rietberg

An ihrem Namenstag

überraschten wir Äbtissin Angela mit einem ganz besonderen „Festopus“: Am Nachmittag des Erzengelfestes fuhr der ganze Konvent zum Bibeldorf nach Rietberg. Diese vor gut zehn Jahren geründete Initiative der evangelischen Kirchengemeinde Rietberg hat sich durch das wachsende Engagement vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer zu einem großen Freilichtmuseum und „Lernort zur Umwelt der Bibel“ entwickelt. Ca. 35.000 Besucher lockt das weitläufige Areal am Rand der Stadt in jeder Saison in den Sommermonaten an, darunter viele Schulklassen und Jugendliche.

Bibeldorf Rietberg
Frau Eva Fricke führte uns mit viel Engagement.

Frau Eva Fricke, Mitinitiatorin und inzwischen hauptamtliche Leiterin des Bibeldorfes, empfing uns mit großer Freude und führte uns selbst durch das Gelände. Mit großem Elan und ansteckender Begeisterung erläuterte sie nicht nur die Orte und Objekte, die es zu sehen gab, sondern auch Idee und Konzept dieser Einrichtung:

Menschen heute einen neuen Zugang und ein tieferes Verständnis der Bibel zu eröffnen, und das nicht mit „biblischer Folklore“, sonden durch historisch und archäologisch fundierte Realien und eigene Erfahrungen mit den Umständen der biblischen Zeit.

Haus im Bibeldorf Rietberg
Ein biblisches Haus im Dorf - wer möchte da nicht wohnen...

Wir staunten über das enorme Engagement der Gemeinde, die das alles selbst mit einfachen Mitteln, aber sehr gekonnt aufgebaut hat: Nomadenzelte und einfache Häuser, Werkstätten, Synagoge, Tempel, eine Zollstätte, ein ganzes Dorf, eine große Karawanserei als Zentrum des Ortes. Biblische Geschichte und Geschichten werden lebendig und sprechend in diesem Ambiente, in dem man sich selbst bewegt.

Zum Abschluss feierten wir eine kleine Dankandacht in der nachgebauten Synagoge, in der die dortige Gemeinde selbst regelmäßig Gottesdienst feiert und gemeinsam das Wort Gottes hört und auslegt.

Wir haben uns sehr gefreut über die große Gastfreundschaft und den herzlichen Empfang - ein schönes ökumenisches Zeichen im Jahr des Reformationsjubiläums und eine Begegnung, die Früchte tragen wird!
Vergelt's Gott!


„Flow“ am Kirchweihfest

Ungewöhnliche Klänge erfüllten die Abteikirche

Mit einem virtuosen Konzert beschenkten uns die Musiker Axel Wolf (Laute) und Hugo Siegmeth (Saxophon) am 22. September 2017. Gemeinsam interpretierten sie nicht nur modernen Jazz, sondern auch alte Werke von Meistern aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Die Kombination der beiden Instrumente und die Improvisationskunst ihrer Spieler umspannten und vereinten die musikalischen Zeiten auf immer neu überraschende Weise. Dabei faszinierte das einfühlsame und sehr lebendige Zusammenspiel der beiden Virtuosen. Der Konzerttitel „Flow“ wurde nicht nur für die Musiker, sondern auch für die Zuhörenden zum Erlebnis!

 

Dass dieses Konzert im Rahmen des „Netzwerks Klosterlandschaft Ostwestfalen-Lippe“ gerade am Hochfest der Kirchweihe die Abteikirche so wunderbar mit Musik erfüllte, war ein besonderes Geschenk für uns Benediktinerinnen!


Varensell im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

Logo Dorfwettbewerb

„Wir sind Varensell - vielfältig lebendig!“
Das Klosterdorf Varensell bewirbt sich in diesem Jahr um eine Auszeichnung im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Dazu rief Ortsvorsteher Manfrad Habig auf, und ein großer Kreis von Freiwilligen – darunter auch Sr. Teresa als Vertreterin der Abtei – machte sich ab Juni 2017 ans Werk, um Varensell entsprechend zu präsentieren. Am 11. September 2017 besuchte eine elfköpfige Bewertungskommission vom Kreis Gütersloh den Ort und ließ sich seine Vorzüge zeigen.

Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“
wird vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW ausgeschrieben. Sein Ziel ist, die Zukunft der Dörfer nachhaltig zu gestalten und weiterzuentwickeln; dabei stehen das bürgerschaftliche Engagement und die Eigenverantwortung der Bewohner im Vordergrund.

Genau da hat das Klosterdorf einiges zu bieten:
Zahlreiche Vereine engagieren sich tatkräftig in den verschiedensten Projekten des Dorfes und packen dort selbst an, wo die kommunale Verwaltung oder Versorgung nicht hinreicht, zum Beispiel bei der Sicherung und Weiterentwicklung der örtlichen Grundschule oder beim Ausbau eines Radweges zwischen Verl und Varensell. Neuestes Vorhaben ist der Anschluss des Ortskerns an das Glasfasernetz: Auf Eigeninitiative der Varenseller wurde ein regionaler Telekommunikationsanbieter gefunden, der den nördlichsten Ortsteil der Stadt Rietberg bis zum Sommer 2018 an die Zukunftstechnologie anbinden will.

Neue alte Brauchtumsfeste

Neben solchen und vielen weiteren Initiativen verstehen die Varenseller auch gemeinsam zu feiern: Neue, alte Brauchtumsfeste verbinden die Vereine und Bürger zu einer lebendigen Gemeinschaft. Und so war denn auch das „WIR-Gefühl“ des Dorfes der stärkste Eindruck, den die Mitglieder der Bewertungskommission bei ihrem Besuch am 11. September aus Varensell mitnahmen.

„Wir haben auf jeden Fall gewonnen“,
stellte Ortsvorsteher Manfred Habig nach der Ortsbegehung fest, „egal, wie die Bewertung ausfällt...“ – und fand den spontanen Beifall des Varenseller Teams!


Besuch aus dem Landtag NRW

Am 2. September 2017 besuchten uns André und Monika Kuper, und das bereits zum zwanzigsten Mal. Einmal im Jahr erfahren wir so aus erster Hand Wichtiges aus der Politik: zuerst vom Bürgermeister der Stadt Rietberg (1997 bis 2012), dann vom Landtagsabgeordneten, kommunalpolitischen Sprecher und stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU im Düsseldorfer Landtag (2012 bis 2017) und nun vom Landtagspräsidenten des im Mai neu gewählten NRW-Parlaments.

Stets wusste und weiß André Kuper zusammen mit seiner Frau Monika anschaulich und spannend vom politischen Geschehen zu berichten. Und immer spürt man seine Leidenschaft, im politischen Geschäft Weichen zu stellen, Chancen zu nutzen, Entwicklungen anzustoßen, um für Menschen dazusein und das Leben der Gesllschaft - im großen wie im Kleinen - sinnvoll zu gestalten.

Dass wir ihm nun zu seinem neuen hohen Amt, in das er mit überwältigender Mehrheit im Landtag gewählt worden war, persönlich gratulieren konnten, hat uns sehr gefreut!