Neues aus der Abtei

Heimgang unserer Schwester Gertrud Kassenberg OSB

Portrait Sr. Gertrud Kassenberg OSB
Sr. Gertrud Kassenberg OSB

In der Morgenfrühe des 25. Februar 2026 verstarb in unserer Abtei Schwester Gertrud Kassenberg OSB. Vielen Menschen aus Nah und Fern war sie gut bekannt als langjährige Ansprechpartnerin in unserer Buch- und Kunsthandlung, die sie bis 2016 fast vierzig Jahre lang geleitet hat.  

Margret Kassenberg wurde 1941 in Essen geboren und wuchs mit einer großen Geschwisterschar auf. Nach der Mittleren begann sie 1959 eine Lehre als Buchhändlerin in der katholischen Münsterbuchhandlung in Essen. Parallel zur praktischen Ausbildung besuchte sie die Kaufmännische Berufsschule und konnte ihre Lehrzeit 1962 mit dem Kaufmannsgehilfenbrief abschließen.

Engagiert in der katholischen Jugendarbeit, wuchs bei Besinnungstagen und Exerzitien in der Benediktinerabtei Gerleve ihre Liebe zur Liturgie und schließlich der Wunsch, in einem benediktinischen Frauenkloster zu leben. 1964 trat sie in unsere Gemeinschaft ein und erhielt bei ihrer Einkleidung den Namen der hl. Gertrud der Großen. Am 21. März 1966, Hochfest des heiligen Benedikt, legte sie ihre zeitliche Profess ab.

Sr. Gertrud wurde zunächst in verschiedenen Arbeitsbereichen eingesetzt, bald auch in der Näherei unserer Paramentenwerkstatt; gern blickte sie am Ende ihres Lebens auf fast fünfzig Jahre Mitarbeit an den liturgischen Gewändern zurück. Ihre Hauptaufgabe wurde jedoch die Leitung unserer Buch- und Kunsthandlung, die mit dem Bau des Gästehauses 1977 eingerichtet wurde. Dort wirkte sie nicht nur als fachkundige Beratung, sondern auch als Ansprechpartnerin in allen Lebensfragen und Nöten. Sr. Gertrud wusste, dass sie an dieser Stelle für viele Menschen „das Gesicht des Klosters“ war; oft wurde sie um ihr Gebet gebeten.

Als die Buchhandlung 2016 an Sr. Felicitas überging, wechselte Sr. Gertrud ganz in die Paramenten-Werkstatt  und arbeitete dort mit großem Geschick und viel Freude bis kurz vor ihrem Tod in der Näherei. In der Gemeinschaft wirkte sie sehr gern über viele Jahre als zuverlässige Zeremoniarin, bis zuletzt blieb sie interessiert an Fragen der Liturgie und liebte das Chorgebet. Nicht mehr an allen Horen teilnehmen zu können, war ihr ein Kummer.  

In den Ferien kochte Sr. Gertrud gerne und gut, wie Mitschwestern ihr bescheinigten. Ein gutes Essen wusste sie zu schätzen, ebenso wie auch gute Bücher, auch das Lesen war eine Leidenschaft in der freien Zeit. Täglich machte sie eine kleine Runde über den Hof und im Garten und unterhielt dabei freundliche Beziehungen zu unseren beiden Katzen.

Von eher schwächerer Konstitution, achtete Sr. Gertrud zeitlebens auf ihre Kräfte. Als Mitte Januar eine weit fortgeschrittene Krebserkrankung erkannt wurde, nahm sie diesen Befund mit Gelassenheit und geistlicher Bereitschaft an. Sie war gut auf ihren Tod vorbereitet und sprach mit großer Selbstverständlichkeit davon. Überraschend schnell verfielen ihre Kräfte, doch bis zuletzt war sie ansprechbar. So hörte sie wohl in der Stille der Nacht den Ruf ihres Herrn, dem sie ihr Leben zu eigen gegeben hatte, wie in ihren Professring eingraviert war: Domini sumus – Wir gehören dem Herrn. (vgl. Röm 14,8)

Am Samstag, dem 28. Februar 2026, um 10.30 Uhr werden wir für unsere Sr. Gertrud die Eucharistie feiern und sie anschließend auf unserem Klosterfriedhof beisetzen.


Besuch am Scholastika-Fest

Unsere Mitbrüder aus der Abtei Königsmünster in Meschede besuchten uns am Tag der hl. Scholastika und setzten damit eine langjährige Tradition fort:

Von einander hören: Brüder und Schwestern im GesprächVon einander hören: Brüder und Schwestern im Gespräch

Einmal im Jahr kamen Benedikt und seine Schwester Scholastika zu einem geistlichen Austausch zusammen, und ebenso freuen auch wir uns, in lebendiger Runde von einander zu hören, wie es geht auf dem Weg der beiden klösterlichen Gemeinschaften. 

Die festliche Feier der Eucharistie im benediktinischen Geist war uns eine besondere Freude - wie auch das gemeinsame Mahl zum Abschluss. Danke für diesen schönen Brauch! 


„Tonarten des Betens“ – Konventsexerzitien

Impuls-Vortrag in der Gemeinschaft
Einladende Impulse von Prof. Michael Höffner

Vom 30. Januar bis zum 6. Februar nahmen wir uns als ganze Gemeinschaft eine Woche der Stille und des Gebets. In diesen Exerzitientagen begleitete uns Herr Prof. Michael Höffner, Professor für Spiritualität in Münster und Berlin.

Seine lebendigen Impulse brachten „Tonarten des Betens“ zum Klingen und luden ein, den je eigenen Kontakt mit Gott wahrzunehmen und zu vertiefen. Das Angebot zu gemeinsamer Lectio biblischer Texte und zu persönlichen Begleitgesprächen rundeten die Tage ab. 

Ganz erfüllt und dankbar für diese reichen Exerzitientage gehen wir gestärkt und ermutigt wieder in den Alltag!


Gott suchen: Unser Info-Brief im Advent

Benediktinerin mit Antiphonale-Buch
Gott suchen - in adventlicher Zeit

Im  Advent ist unser neuer Info-Brief erschienen! Wir berichten aus dem Geschehen in unserer Gemeinschaft und laden Sie ein, in diesem Advent gemäß dem benediktinischen Leitwort mit uns „Gott zu suchen“ – der in allen Dingen und vor allem in Menschen uns entgegenkommt. 

Brief und Impuls als PDF: Brief|Flyer

Wir freuen uns, wenn Sie uns verbunden bleiben, und wünschen Ihnen einen lichtvollen Advent!

Auf Wunsch senden wir Ihnen gern unsere Infopost oder das Programm des Gästehauses per Post oder per E-Mail zu: Bitte melden Sie sich hier dazu an. Vielen Dank!


Heimgang unserer Schwester Andrea Kaldewey OSB

Schwester Andrea Kaldewey OSB
Schwester Andrea Kaldewey OSB

Am 8. November 2025 erfüllte sich das Leben unserer Schwester Andrea Kaldewey OSB. Ebenso still wie sie gelebt hatte, gab sie ihr Leben in die Hände ihres Schöpfers zurück. 
Als wir in den letzten Tagen ihrer akuten Erkrankung an ihrem Krankenbett mit ihr beteten, nickte sie nachdrücklich zu dem Wort: „Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!“ (Ps 103,2) 

Schwester Andrea wurde am 12. Juli 1936 in Hannover geboren. Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester zog sie, bedingt durch die Bombardierungen des Zweiten Weltkrieges, nach Warendorf. Nach dem Schulabschluss in Rheda begann sie eine Ausbildung zur Krankenschwester und legte 1955 die staatliche Krankenpflegeprüfung ab.
Nach einem einjährigen Praktikum trat sie 1957 in die Abtei Varensell ein und folgte damit ihrer älteren Schwester, die als Sr. Radegunde bereits in unserem Kloster lebte. Am 8. Dezember 1958, dem Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau Maria, legte Sr. Andrea die zeitliche Profess und am 6. Juni 1963 die ewige Profess ab; am 1. August 1964 empfing sie die Jungfrauenweihe.

Schon als Postulantin wurde Sr. Andrea in der Paramentenwerkstatt eingesetzt, sie blieb ihr Wirkungsfeld bis ins hohe Alter. Im Jahr 1970 legte sie die Meisterprüfung im Sticker-Handwerk ab und leitete seit 1987 unsere Paramentenstickerei mit großer handwerklicher Begabung und zuverlässigem Engagement.
Als Stickmeisterin hat Sr. Andrea zahllose liturgische Gewänder kunstvoll und mit äußerster Sorgfalt gestaltet. Ihre Kunst entsprach ihrer leisen Art – und weckt in ihrer Meisterschaft zugleich bei allen, die sie betrachten, ein Staunen. Die Hingabe, die in diesen Werken zu ahnen ist, wirkt weiter als stille Verkündigung.

Sr. Andrea versah auch über Jahrzehnte – von 1963-2007 – das Amt der Zeremoniarin, für das sie mit ihrer Erscheinung und ihrer gewissenhaften, akkuraten Art wie geschaffen war. Die sorgfältige Vorbereitung der Liturgie blieb ihr Anliegen bis zuletzt, und sie litt darunter, als ihre Kräfte dazu schließlich nicht mehr ausreichten.

Sr. Andrea war ein stiller, liebenswürdiger Mensch; persönliche Zurückhaltung prägte ihren Lebensstil, ohne dass sie sich von den Mitschwestern zurückzog. Stete und herzliche Freundlichkeit waren kennzeichnend für ihr Leben in unserer Gemeinschaft. Sie war dankbar für jede Ansprache, über die sie sich vor allem in der Zeit ihres Alters freute. Liebevoll umsorgt wurde sie seit einigen Jahren von unserer Sr. Lucia und dem Team des VKA auf unserer Infirmerie.

Wir hoffen zuversichtlich, dass unsere Schwester Andrea, die so viel Schönes geschaffen hat, jetzt die Schönheit des Himmels erleben und genießen darf!