Neues aus der Abtei

Segnung des Hauses am Fest Epiphanie

Am 6. Januar

feiern wir das zweite große Weihnachtsfest: die „Erscheinung des Herrn“. Nach altem Brauch werden an diesem Festtag die Häuser gesegnet.
Auch wir erbitten den Segen Gottes: An vielen Stellen des Hauses beten wir und segnen die Räume mit geweihtem Wasser und dem an die Türen geschriebenen Segenszeichen „C+M+B | Christus mansionem benedicat | Christus segne dieses Haus“.

Räume der Gegenwart Gottes

So zeichen wir jeden Raum unseres Alltags, unseres Lebens, mit Gottes Segen und seiner Gegenwart. Und das wünschen wir auch Ihnen für das neue Jahr:

Gottes Gegenwart in jedem Raum Ihres Lebens!


Weihnachten: „Fang mich auf!“

An diesem Weihnachtsfest
läuft uns Christkind förmlich entgegen: in unserem Konventsraum steht als Weihnachtskrippe die große Figur der Muttergottes mit dem Kind auf dem Schoß. Sie steht dort eigentlich immer, das ganze Jahr über - aber jetzt ist sie in die Mitte der Aufmerksamkeit gerückt: Eine lange Bahn grüner Seide von der Decke bis zum Boden unterstreicht ihre Gegenwart und deutet an, wie sich in diesem Bild Himmel und Erde berühren.

Kind und Muttergottes
Unser Weihnachtsbild im Konventsraum

Neben dem Kind und seiner Mutter
gibt es keine Krippe, keinen Josef, keine Hirten, keinen Stall. Nur einige wenige Sterne und Kerzen bezeugen den Glanz und das Licht, das in dem Geschehen aufleuchtet. So konzentriert sich die Gestaltung ganz auf das Kind, auf den menschgewordnenen Gott auf den Knien seiner Mutter. Ungewöhnlich ist die Haltung der beiden Gestalten.

Maria bleibt ganz im Hintergrund,
aufrecht, fast zurückgelehnt, bietet sie die Fläche ihres Schoßes als „Spielraum“ für das Kind. Sie schaut ihm zu, still und gelassen. Ihre Hände, „für alle Fälle“ schützend nah, geben dem Kind Rückhalt und Sicherheit - aber sie halten das Kind nicht fest, sie lassen es frei.

Das Kind steht aufrecht und frei,
setzt sich in Bewegung auf den Betrachter zu, es beginnt gerade zu laufen, die geöffneten Arme streckt es vor, wie kleine Kinder es tun, die - noch etwas wackelig auf den Beinen - auf einen Erwachsenen zulaufen.

Kind und Muttergottes
Das Kind läuft los ... auf uns zu!

So läuft das Kind, so läuft der menschgewordene Gott auf uns zu, wie ein Kind, das ruft:
„Fang mich auf!“
Und Weihnachten wird es bei dem, der auch die eigenen Arme öffnet und dem Kind zulacht: „Komm!“

Ein frohes Weihnachtsfest
und ein gesegnetes neues Jahr!

 


Die neue Website geht online!

Ein neues, responsives Design

Nach langer und intensiver Vorbereitungszeit geht unsere neue Website online: Im moderneren und responsiven Design passt sie sich an die verschiedenen Endgeräte an und kommt damit den mobilen Nutzern des Internets entgegen.

Konzept und Gestaltung
hat die Designagentur „mine.studio aus Berlin und Wiesbaden mit uns erarbeitet: Sandra Betz, Kinga Dlugosiewicz und Hernando Tascon haben mit Einfühlung, Kreativität und viel Geduld unsere Anliegen umgesetzt. Entstanden ist ein schlichtes und zugleich schönes Design, das einen lebendigen Eindruck von dem vermitteln kann, was wir zu leben versuchen. Die Programmierung übernahm Jan Zimpel. Dem ganzen Team sagen wir ein herzliches Dankeschön!

Gastfreundschaft virtuell

„Responsiv“, also „antwortend“ soll unsere Website nicht nur in Technik und Design, sondern auch in den Inhalten sein: Es ist uns ein Anliegen, unser monastisches Leben authentisch und verständlich darzustellen. In dieser Weise im Internet präsent zu sein, bedeutet für uns eine zeitgemäße Form der benediktinischen Gastfreundschaft. Die Abtei Varensell soll zu finden sein für Menschen, die einen Ort suchen für Stille, Gebet und die Begegnung mit Gott.

AndersOrt

Noch haben wir uns nicht dazu entschieden, unsere Internetpräsenz auch auf die sozialen Netzwerke auszudehnen. Denn die „Schweigsamkeit“, die bewusste Zurücknahme von Rede und Kommunikation, gehört ganz wesentlich zu unserem monastischen Leben. Sie schafft Zeit und Raum für den Weg nach innen, zu tieferer Stille, und lädt uns ein, einfach „ganz da“ und wir selbst zu sein.
So nehmen wir uns weiterhin die Freiheit, ein „AndersOrt“ zu sein. Und wir freuen uns auf viele Gäste: „virtuell“ auf diesen Seiten und natürlich auch „live“ in unserer Abtei!

Vielen Dank für Ihr Interesse und
viel Freude beim Erkunden unserer neuen Website!

Ihre Benediktinerinnen der Abtei Varensell


Ehrendoktorat für Sr. Michaela Puzicha OSB

Die Theologische Fakultät der Universität Luzern

ehrt Sr. Dr. Michaela Puzicha OSB, Benediktinerin der Abtei Varensell, mit der Ehrendoktorwürde. Im Rahmen des „Dies academicus“ im Kultur- und Kongresszentrum Luzern wurde das Doktorat „honoris causa“ an Sr. Michaela verliehen.

Dekan Prof. Vorholt
Laudatio von Prof. Dr. Robert Vorholt, Luzern

In seiner Laudatio wies der Dekan der theol. Fakultät, Prof. Dr. Robert Vorholt, auf Sr. Michaelas stetes Bemühen hin, „die Stimme der Theologie auch in aktuellen Themen des Gegenwartsdiskurses vernehmbar sein zu lassen. ... Heute gilt Sr. Dr. Michaela Puzicha mit Recht als eine ausgewiesene und international anerkannte Expertin im Bereich der Alten Kirchengeschichte, der Geschichte des Mönchs- und Ordenswesens und insbesondere des spätantiken Ordensgründers Benedikt und seiner um das Jahr 540 n.Chr. verfassten Regel. Zahlreiche Publikationen zu Grundlegung, Auslegung, Rezeption und Tradition der Regula Benedicti begleiten ihre Tätigkeit. Ihr Kommentar der Ordensregel ist bereits in zweiter Auflage erschienen und gilt als Standardwerk der Regelexegese.“

Im Jahr 2000 begann Sr. Michaela im Auftrag der Salzburger Äbtekonferenz mit dem Aufbau des Instituts für Benediktinische Studien in Salzburg für den gesamten deutschsprachigen Raum und leitete das Institut bis 2016. In zahlreichen Kursen und Aufsätzen vermittelt sie eine wissenschaftlich fundierte und ebenso kritische wie spirituelle Sicht auf den Reichtum der Benediktusregel. Ihre unermüdliche Arbeit hat vielen Benediktinern und Benediktinerinnen im gesamten deutschen Sprachgebiet einen lebendigen und zeitgemäßen Zugang zu ihrer geistlichen Tradition geöffnet.

Sr. Michaelas „zukunftsweisender Beitrag zur Spiritualitätsgeschichte des Ordo Sancti Benedicti“ erschließt „Christinnen und Christen der Gegenwart und allen Gottsuchern dieser Epoche einen existenziell bedeutsamen Raum der Spiritualität“ - und trug ihr nun das Doktorat „honoris causa“ der Universität Luzern ein.
Mit ihr freut sich unsere ganze Gemeinschaft über diese Auszeichnung!


Besuch im Bibeldorf Rietberg

An ihrem Namenstag

überraschten wir Äbtissin Angela mit einem ganz besonderen „Festopus“: Am Nachmittag des Erzengelfestes fuhr der ganze Konvent zum Bibeldorf nach Rietberg. Diese vor gut zehn Jahren geründete Initiative der evangelischen Kirchengemeinde Rietberg hat sich durch das wachsende Engagement vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer zu einem großen Freilichtmuseum und „Lernort zur Umwelt der Bibel“ entwickelt. Ca. 35.000 Besucher lockt das weitläufige Areal am Rand der Stadt in jeder Saison in den Sommermonaten an, darunter viele Schulklassen und Jugendliche.

Bibeldorf Rietberg
Frau Eva Fricke führte uns mit viel Engagement.

Frau Eva Fricke, Mitinitiatorin und inzwischen hauptamtliche Leiterin des Bibeldorfes, empfing uns mit großer Freude und führte uns selbst durch das Gelände. Mit großem Elan und ansteckender Begeisterung erläuterte sie nicht nur die Orte und Objekte, die es zu sehen gab, sondern auch Idee und Konzept dieser Einrichtung:

Menschen heute einen neuen Zugang und ein tieferes Verständnis der Bibel zu eröffnen, und das nicht mit „biblischer Folklore“, sonden durch historisch und archäologisch fundierte Realien und eigene Erfahrungen mit den Umständen der biblischen Zeit.

Haus im Bibeldorf Rietberg
Ein biblisches Haus im Dorf - wer möchte da nicht wohnen...

Wir staunten über das enorme Engagement der Gemeinde, die das alles selbst mit einfachen Mitteln, aber sehr gekonnt aufgebaut hat: Nomadenzelte und einfache Häuser, Werkstätten, Synagoge, Tempel, eine Zollstätte, ein ganzes Dorf, eine große Karawanserei als Zentrum des Ortes. Biblische Geschichte und Geschichten werden lebendig und sprechend in diesem Ambiente, in dem man sich selbst bewegt.

Zum Abschluss feierten wir eine kleine Dankandacht in der nachgebauten Synagoge, in der die dortige Gemeinde selbst regelmäßig Gottesdienst feiert und gemeinsam das Wort Gottes hört und auslegt.

Wir haben uns sehr gefreut über die große Gastfreundschaft und den herzlichen Empfang - ein schönes ökumenisches Zeichen im Jahr des Reformationsjubiläums und eine Begegnung, die Früchte tragen wird!
Vergelt's Gott!