Unser Jahresleitwort 2017: „Er ist unser Friede.“

Dem Frieden nachjagen

„Wer ist der Mensch, der das Leben liebt und gute Tage zu sehen wünscht“? (RB Prol 15).

Der Weg zum Frieden beginnt in der Benediktusregel mit einer Einladung zum Hören und mit einer Einladung zum Leben. Gott selbst ist auf der Suche nach dem Menschen und wirbt um ihn. Wer sich angesprochen weiß in seiner Sehnsucht nach einem erfüllten Leben und antwortet „Ich“, dem ruft er mit Worten des Psalmisten zu:

     „Willst du wahres und unvergängliches Leben,
     bewahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor falscher Rede!
     Meide das Böse und tu das Gute;
     suche den Frieden und jage ihm nach!“ (Prolog 17 und Ps 34).

Das Böse meiden und das Gute tun; sich abkehren von Eigennutz und Egoismus, um das zu suchen und zu tun, was dem Frieden dient – der Mönch wird auf einen sehr konkreten Weg und zu einer entschiedenen Antwort gerufen.

„Suche den Frieden und jage ihm nach!“ Die Worte aus dem 33. Psalm fordern dazu auf, den Frieden nicht nur zu suchen, sondern ihm sogar nachzujagen. Das macht deutlich: Den Frieden zu suchen, kostet Mühe und Ausdauer.

Wer dem Ruf zum Leben und zum Frieden folgt, der begibt sich auf einen Weg, der nicht nur am Anfang Hartes und Schweres mit sich bringen kann (vgl. RB Prol 48; 58,8). Man erreicht den Frieden nicht; man muss ihm beharrlich auf der Spur bleiben, oft in vielen kleinen Schritten. Zugleich darf der Mönch vertrauen: Es ist der „Weg zum Heil“, die „via salutis“ (vgl. RB Prol 48), und damit der Weg, der zu Christus führt.