
Die innere Arbeit mit diesem „Werkzeug der geistlichen Kunst“
Die „große“ christliche Hoffnung, ausgerichtet auf die endgültige Begegnung mit Christus, will von denen, die im Kloster „unter Regel und Abt“ leben (vgl. RB 1,2), im Alltag eingeübt werden, sie muss sich im Kleinen bewähren.
Dazu gibt Benedikt dem Mönch mit dem 4. Regelkapitel eine lange Reihe von insgesamt 74 Werkzeugen an die Hand. Die Bezeichnung der Sprüche als „instrumenta“ weckt Assoziationen zu handwerklicher Arbeit, und damit auch zu Fleiß und Mühe.
Der Mönch erfährt sich als einer, der im stetigen Kampf mit den Lastern steht, der trotz guten Willens immer wieder zurückfällt in Fehler, und der in die Gefahr geraten kann zu scheitern. In all dem darf er auf den Herrn vertrauen und auf ihn seine Hoffnung setzen.
Wer seine Hoffnung Gott anvertraut, der spürt seinen eigenen Mangel, sein Unvermögen und sein Angewiesensein auf ihn. Es ist nur menschlich, dass auch der Mönch, dass jede einzelne von uns und wir als klösterliche Gemeinschaft, ganz konkrete „irdische“ Hoffnungen und Wünsche haben. Es kommt darauf an, dass wir nicht in falscher Weise an ihnen festhalten, sondern sie Gott anheimgeben, sie ihm überlassen.
Das geistliche Leben ist eine Einübung in das Loslassen des Eigenwillens, in die Hingabe an Gott. Wie oft ertappen wir uns dabei, dass wir festhalten am Bemühen um die eigene Leistung und an unserer Willensanstrengung. Ein ganzes Leben lang sollen und dürfen wir lernen, mehr und mehr aus der Haltung des Empfangens zu leben und der Liebe Gottes zu vertrauen.
Der Weg der Hoffnung ist ein Weg aus der Angst in das Vertrauen. Lassen wir uns mitnehmen auf diesem Weg zum Leben, zu dem der Herr uns einlädt (vgl. Prolog der Benediktusregel 19-20).
Vertrauen wir unsere Hoffnung Gott an, und vertrauen wir selbst immer mehr auf seine Barmherzigkeit!
(aus der Adventsansprache von Äbtissin Angela)