Zu unserem Jahresleitwort 2011/2012:

 „Spem suam Deo committere –
Seine Hoffnung Gott anvertrauen“ 

Gastfreundschaft der Hoffnung

Eine Gemeinschaft, die ihre Hoffnung auf Gott gesetzt hat, schließt sich nicht ab. Sie darf nicht dabei stehen bleiben, nach innen zu schauen und um ihre eigenen Probleme zu kreisen, sondern muss sich öffnen – für die Menschen und für die Welt.

Wir leben in einer Zeit, in der der Glaube zu verdunsten scheint und Gleichgültigkeit sich ausbreitet. Angesichts der großen wirtschaftlichen, finanziellen und ökologischen Krisen haben viele Menschen Sorge um die Zukunft; unter dem Druck der Leistungsgesellschaft wachsen Verzweiflung und die Angst vor persönlichem Scheitern. Die gegenwärtige Situation lässt an die Aussage des Paulus im Brief an die Epheser denken: „Ihr hattet keine Hoffnung und lebtet ohne Gott in der Welt“ (Eph 2,12).

In der Gastfreundschaft, wie sie uns als benediktinischer Gemeinschaft eigen ist, sind wir da für die Menschen, die zu uns kommen, seien sie Suchende im Glauben oder Suchende für ihr Leben. Ihnen, die so oft ohne Hoffnung sind, wollen wir „Zeuginnen der Hoffnung“ sein.

 

Die Liturgie, der Gottesdienst ist in besonderer Weise der Ort, an dem wir unsere Hoffnung leben und bezeugen. Hier tragen wir im Gebet die Sorgen und Nöte der Menschen vor Gott, hier singen wir Lieder der Hoffnung angesichts von Verzweiflung und Ohnmacht in der Welt – und manchmal auch in unserem eigenen Herzen.
Als klösterliche Gemeinschaft stehen wir im Gottesdienst auch stellvertretend vor Gott und können allein durch unser Dasein ein Zeichen der Hoffnung sein für viele.

(aus der Adventsansprache von Äbtissin Angela)