
Hoffnung in der Bibel
Die Hoffnung des gläubigen Menschen richtet sich auf Gott. Dem biblischen Verständnis von Hoffnung entspricht weitgehend unser deutscher Sprachgebrauch. Hoffen bedeutet im Sinne des Alten Testaments immer, das Gute zu erwarten; im Gegensatz dazu stehen die Befürchtung oder auch die Illusion. In der Hoffnung können sowohl der Aspekt der Sehnsucht nach dem Künftigen als auch der Aspekt des geduldigen Ausharrens stärker hervortreten.
Das Alte Testament ist das Zeugnis der Geschichte Jahwes mit seinem Volk, einer Geschichte, die von der Hoffnung auf das gelobte Land, auf die Heimkehr zu Gott, auf das Königtum des Messias, auf die endgültige Herrschaft Gottes erzählt.
In Jesus Christus hat diese Hoffnung ein Gesicht erhalten, ist sie geschichtliche Gestalt geworden. Der gekreuzigte und auferstandene Herr ist Unterpfand der Hoffnung auf Vollendung
Christliche Hoffnung öffnet den Blick nach vorn. Sie wagt das Leben heute und hofft zugleich auf das Künftige, sie erwartet die Auferstehung der Toten und die Vollendung der Welt. So steht sie immerzu in der Spannung von Verheißung und Erfüllung, von „schon“ und „noch nicht“.
Im 8. Kapitel des Römerbriefes heißt es: „Wir sind gerettet, doch in der Hoffnung. Hoffnung aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung. Wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht? Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann harren wir aus in Geduld“ (Röm 8,24-25).
(aus der Adventsansprache von Äbtissin Angela)