Unser Jahresleitwort 2017: „Er ist unser Friede.“

Friede in der Gemeinschaft

Ein Schlüsselwort zum Anliegen des Friedens findet sich in der Benediktusregel im Zusammenhang mit der Besetzung der Ämter im Kloster. Im 65. Kapitel über den Prior heißt es:
„zur Wahrung des Friedens und der Liebe“ (RB 65,11).

Damit der Frieden und die Liebe in einer Gemeinschaft gewahrt werden können, braucht es eine verbindliche Ordnung. Das machen der Zusammenhang im 65. Kapitel und viele weitere Passagen der Regel deutlich. Klare Strukturen, Abläufe und Zuständigkeiten sowie die Anerkennung von Autorität und einer Rangordnung sind nicht nur notwendig, damit der Alltag „funktioniert“. Sie tragen wesentlich zum Frieden bei und bilden ein Fundament, auf dem Gemeinschaft gebaut werden kann.

Zugleich entlässt die vorhandene Ordnung den Einzelnen nicht aus der Verantwortung. Das, was für alle vereinbart ist, will nicht nur äußerlich eingehalten, sondern auch innerlich bejaht und mitgetragen werden. (...)

Frieden und Liebe sind hohe Ziele. Echter Friede, der nicht einfach nur harmonisiert, will von Liebe begleitet sein. Dies betrifft das Verhältnis der Brüder untereinander, mit ihrem Oberen und ebenso das Verhältnis des Einzelnen zu seiner Gemeinschaft. Nur wenn wir uns immer neu darum bemühen, einander in Achtung und Ehrfurcht zu begegnen, können der Frieden und die Liebe wachsen (vgl. z.B. RB 63,10.17; 72,4-8).

Christus selbst ist unser Friede und führt zur Einheit zusammen. Wenn unser gemeinsames Leben von der Gabe und Aufgabe des Friedens geprägt ist, dann kann unser Kloster immer mehr zu einem Ort werden, an dem andere Menschen etwas erfahren von der „Pax Benedictina“, von Jesus Christus und seiner Botschaft vom Frieden.