Unser Jahresleitwort 2017: „Er ist unser Friede“

Eine Welt voller Gegensätze

„Es blutet die welt 
und die grasmücke singt“ 

So beginnt einer der „Psalmen“ von Gottfried Bachl.
Schönheit und Schrecken, wie geht das zusammen?

Wir erleben und erleiden eine Welt voller Widersprüche. Trotz globaler Vernetzung, Friedensbemühungen weltweit, medizinischer und technischer Möglichkeiten in einem nie gekannten Ausmaß scheinen sich Gegensätze eher noch zu verschärfen.

Die einen leben in einer Wohlstands- und Spaßgesellschaft, die anderen in Hunger und Elend. In vielen Regionen der Erde herrschen Krieg und Terror, Millionen Menschen sind auf der Flucht, unzählige Christen erleiden blutige Verfolgung. In den westlichen Ländern wächst die Kluft zwischen Arm und Reich, populistisches Gedankengut findet Zustimmung in einem erschreckenden Maß. Viele Menschen leben in Freiheit und Sicherheit, und finden sich zugleich wie gelähmt in ihrer Angst vor der Zukunft – um nur einige Schlagworte zu nennen. Gibt es noch ein Fundament, einen tragenden Grund, der verbindet? Wer wird uns Frieden schenken? So möchten wir fragen angesichts von so viel Unruhe, Spannung und Spaltung.

Auch im Leben unserer klösterlichen Gemeinschaft erfahren wir, dass Gegensätze ausgehalten und immer wieder neu in die rechte Balance gebracht werden wollen. (...) Und spüren wir nicht nur zu oft in uns selbst, wie nahe sie sich sind: Angst und Vertrauen, Verzweiflung und Hoffnung, Zweifel und Glaube – Gegensatzpaare, die vielleicht im tiefsten doch Geschwister sind.

Was trägt mich und uns? Wie kann zusammengeführt werden, was so widersprüchlich erscheint? Worin findet die Welt zum Frieden? Als Christen ist uns darauf eine Antwort gegeben.

Nicht etwas, sondern jemand stiftet Einheit und führt zusammen: Jesus, der Christus. Von ihm sagt der Apostel Paulus: „Er ist unser Friede“ (Eph 2,14).