Die Osternacht

 

Der Durchzug durch das Meer

Wir feiern Ostern.
Da geht es um Einen, der uns mitnehmen will.
Und Osten feiern,heißt: sich mitnehmen lassen –
sich hineinnehmen lassen in das, was geschieht.
Es geht dabei um Leben und Tod, für IHN und für uns,
drei Tage lang.


Der dritte Tag wird kommen.
Und er beginnt mitten in der Nacht. Im Dunkeln.
Mit Kerzen in den Händen warten wir:
bereit in der Hoffnung – mitten im Dunkel,
bereit in der Hoffnung auf Gott,
der seinen Knecht Jesus im Tod nicht vergessen wird,
bereit – für das neue Licht, das neue Leben,
das wie Feuer aus dem Stein geschlagen wird.

Denn es ist die Nacht des Exodus, des Auszugs aus Ägypten,
die Nacht des Auszugs aus dem Sklavenhaus des Todes,
die Nacht des Durchzugs durch das Rote Meer, 
hinüber an das neue Ufer der Freiheit.
So singen die Christen seit Jahrhunderten:
„Dies ist die Nacht,
die unsere Väter und Mütter, die Kinder Israels, aus Ägypten befreit
und auf trockenem Fuß durch die Fluten des Roten Meeres geführt hat.
Dies ist die Nacht,
in der die leuchtende Säule das Dunkel des Todes vertrieben hat.
Dies ist die Nacht,
in der Christus die Ketten des Todes zerbrach
und aus der Tiefe als Sieger emporstieg.
Dies ist die Nacht,
von der geschrieben steht: ‚Die Nacht wird hell wie der Tag,
wie strahlendes Licht wird die Nacht mich umgeben.’“
Wer Ostern feiert, wer sich mitnehmen lässt auf den Weg Jesu,
wer sich hineinnehmen lässt in das, was geschieht – drei Tage lang,
der gerät selbst in den Exodus hinein,
in den Durchzug durchs Meer, in den Auszug vom Tod ins Leben.
Wer Ostern feiert, an dem geschieht etwas:
Christus nimmt uns mit in seinen Exodus,
er nimmt uns mit durch Leid und Tod hindurch
ins neue Licht des Ostermorgens.

„Ihr seid mit Christus auferweckt!“ (Brief an die Kolosser 3,1)

 

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